anetts ansicht

Die Achterbahnliga

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Henrik Pedersen bleibt Trainer von Eintracht Braunschweig. Und das ist auch gut so. Denn die Eintracht kann trotz des letzten Tabellenplatzes nach 10 Spieltagen noch immer ihre Ziele erreichen. Der Grund dafür ist die Liga selbst.

Zu Saisonbeginn war ich fest überzeugt, nach einem Viertel der Spielzeit erste Prognosen zu Auf- und Abstieg treffen zu können. Die Realität hat mich eines Besseren belehrt. Überflieger oder Totalausfälle? Fehlanzeige! 9 Zähler liegen zwischen Relegationsplatz 3 und dem ersten Abstiegsrang. Die Stärke dieser Liga ist ihre Ausgeglichenheit. Osnabrück, Karlsruhe und Uerdingen stehen punktgleich auf den ersten 3 Plätzen.

Wechselspiele

Wie schnell sich die tabellarischen Machtverhältnisse ändern können, hat die englische Woche gezeigt. Preußen Münster holt 9 Punkte aus 3 Spielen und klettert von Rang 13 auf den vierten Tabellenplatz. Zur Erinnerung: Den 5. Spieltag bestritten die Adlerträger noch als Spitzenreiter. Der Saisonverlauf in der 3. Liga gleicht einer Achterbahnfahrt. Und dieses Gefühl kennen fast alle Vereine.

Auf Ursachenforschung

Aber was sagt das über die teilnehmenden Mannschaften aus? Sind die 20 Teams der 3. Liga – unabhängig von Etat, Kader und Infrastruktur – alle gleich stark oder gleich schwach? Spricht das tabellarische Auf und Ab für fehlende Qualität oder ist es genau das, was wir als Fußballfans wollen? Wie alles im Leben eine Frage der Perspektive. Meine ist da ziemlich eindeutig. Spannung, Dramatik und diese bittersüße Ungewissheit, was der nächste Spieltag bringt – genau das macht für mich den Reiz aus. In dieser Liga ist alles möglich.

Achterbahnfahrten können mitunter unangenehm werden. Doch der Angstschweiß auf dem Weg nach unten weicht in Sekundenschnelle dem Adrenalinschub, wenn es wieder nach oben geht. In den Loopings steht die Welt Kopf und dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Genauso wild ist die 3. Liga und das finde ich großartig!

Eure Anett

 

Englische Wochen: Lust oder Frust?

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Ich liebe englische Wochen! Fußball nahezu nonstop, ein kompletter Spieltag unter Flutlicht, Abwechslung auf dem Rasen durch regenerationsbedingte Wechsel, 9 mögliche Punkte in nur 10 Tagen – da ist richtig Feuer drin. Die einen spielen sich in einen Rausch, andere rutschen noch tiefer in die Abwärtsspirale.

Die bisherigen Gewinner der englischen Woche? Ganz klar der SV Wehen Wiesbaden und Karlsruhe. Beide Teams konnten die Trendwende des 7. Spieltags bestätigen, gewannen zuletzt dreimal in Folge. Zur Erinnerung: Vor 2 Wochen stand der KSC noch auf Platz 14, aktuell liegt das Team von Alois Schwartz punktgleich mit dem Tabellenzweiten auf Rang 4. Ebenfalls 10 Plätze hat der SV Wehen Wiesbaden gut gemacht, von Abstiegsrang 18 rein ins Mittelfeld der Tabelle. Das macht für mich den Reiz der englischen Wochen aus: Du weißt Montag nicht, wo du Sonntag stehst.

Die „Kleinen“ obenauf

Für richtig viel Furore sorgen aber die vermeintlichen Leichtgewichte der Liga. Der VfL Osnabrück grüßt von der Tabellenspitze, dahinter folgen Würzburg und Unterhaching. Wer hätte das gedacht? Die Kickers haben nach dem Horrorstart mit 3 Niederlagen in Folge die Nerven behalten und seitdem nicht mehr verloren. Claus Schromm und seine Spielvereinigung begeistern mit mutigem Offensivfußball und der Tabellenführer aus Osnabrück überzeugt mit einer beeindruckenden Defensive. Gemeinsames Erfolgsrezept: ein eingespieltes und gefestigtes Team, das weit über die 11 Männer auf dem Rasen hinausgeht. Die englische Woche sorgt für den Extraschub: 3 Spiele in 10 Tagen, das schweißt noch mehr zusammen.

Heißer Herbst in Liga 3

Mit dem 10. Spieltag geht´s rein in die zweite Hälfte der Hinrunde. Jetzt lassen sich die ersten Tendenzen ablesen. Für Eintracht Braunschweig zeigen die trotz des ersten Saisonsiegs vor zwei Wochen noch immer klar nach unten. Platz 19 in der Tabelle, die katastrophale Niederlage gegen Kaiserslautern in den Knochen, das Kellerduell beim Tabellenletzten aus Meppen vor der Brust – Henrik Pedersen und sein Team haben richtig Druck. Im schlimmsten Fall stehen die Löwen nach der englischen Woche mit nur einem Punkt und mindestens 6 Gegentoren da. Und ich befürchte, spätestens dann stellt sich in Braunschweig auch die Trainerfrage.

Noch sind Punkte aussagekräftiger als Tabellenplätze, nur 7 Zähler trennen Rang 3 und den ersten Abstiegsplatz. Klar ist aber auch: Die Saison nimmt jetzt so richtig Fahrt auf. Es wird ein heißer Herbst in der Dritten Liga!

Eure Anett

 

Vertrauen in der Krise

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Was für ein Spektakel am Montagabend auf dem Betzenberg! Für einen neutralen Fan wie mich war das Spiel zwischen Kaiserslautern und Fortuna Köln Fußballdramaturgie der allerfeinsten Sorte, für die Männer auf dem Rasen wohl eher ein emotionaler Höllenritt.

Was will ich einer Mannschaft vorwerfen, die sich nach 2 Toren Rückstand zurück ins Spiel kämpft, noch vor der Pause den Ausgleich macht, in der 88. Minute in Führung geht und dann in der Nachspielzeit den dritten Gegentreffer kassiert? Was will ich einer Mannschaft vorwerfen, die von der ersten Minute an kreativ und mit Wucht nach vorne spielt? So ging es wohl FCK-Trainer Michael Frontzeck nach dem Unentschieden gegen Fortuna Köln am Montagabend. Dass er sich schützend vor Jan-Ole Sievers stellt, der an allen drei Gegentoren entscheidenden Anteil hatte, spricht für sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem jungen Keeper.

Aufwärtstrend, aber keine Siege

Trotz weitestgehend überzeugender Leistung ist das dritte Unentschieden in Folge für die Roten Teufel mal wieder zu wenig. Abstiegsplatz statt Aufstiegseuphorie, so die bittere Realität am Betzenberg. Seit dem Auftaktsieg vor knapp zwei Monaten wartet Kaiserslautern auf einen Dreier. 7 Punkte nach 7 Spieltagen und Tabellenplatz 17 – das entspricht nicht den Ambitionen eines Traditionsvereins, dessen Umfeld und Infrastruktur noch immer erstligareif ist.

Frontzeck im Fokus

Unter den Fans ist der Schuldige längst gefunden, die Stimmen gegen den Trainer werden immer lauter. Im Vereinsumfeld sieht die Lage ganz anders aus – und das gefällt mir. Michael Frontzeck bekommt Rückendeckung und Zeit. In anderen Vereinen hat sich gezeigt, dass Vertrauen sich auszahlt: Henrik Pedersen hat mit Eintracht Braunschweig am 7. Spieltag den ersten Sieg eingefahren und Michael Schiele steht mit seinen Würzburger Kickers nach drei Niederlagen in Folge zu Saisonbeginn mittlerweile auf Platz 3 in der Tabelle.

Der mediale Druck ist in der 3. Liga bei weitem nicht so hoch wie in den beiden Etagen darüber. Ich glaube, dass auch deshalb Entscheidungen länger überlegt und kontroverser diskutiert werden können. Entscheidend ist die Entwicklung und die ist in Kaiserslautern ganz klar erkennbar.

Eure Anett

Neustart in Braunschweig

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Der Deutsche Meister von 1967 strauchelt gewaltig. Vor etwas mehr als einem Jahr noch bester Zweitligist in der 5-Jahreswertung und die Relegation um den Aufstieg in die 1. Liga gespielt, aktuell auf dem letzten Tabellenplatz in der 3. Liga. Einen Neustart hat der BTSV bitter nötig.

Ich gebe zu, ich habe mich getäuscht. Der direkte Wiederaufstieg ist kein Thema mehr in Braunschweig. 3 Niederlagen, 3 Unentschieden, 3 Punkte und bereits 12 Gegentore. Eintracht Braunschweig grüßt in der Tabelle von ganz unten und genau da hängen auch die Köpfe der Spieler. Das haben sowohl Trainer Henrik Pedersen als auch Kapitän Stephan Fürstner bestätigt. Das Warten auf ein Erfolgserlebnis wird zur mentalen Zerreißprobe.

Pedersen mit den richtigen Maßnahmen

„Ich will nicht nur den Fußballer sehen, sondern auch den Menschen.“ Der erste Satz, den ich in der Saisonvorbereitung vom neuen Trainer gelesen habe. Seine Ansätze in der Länderspielpause zeigen, dass er diese Aussage tatsächlich auch lebt. Henrik Pedersen hat den Kader verkleinert. Nicht als Sanktion gegen die Spieler, die zunächst für 4 Wochen bei der U23 trainieren werden. Sondern um das Training intensiver gestalten und vor allem an der Abstimmung arbeiten zu können. Er hat die Mannschaft zu einem Kurztrainingslager versammelt. Nicht um sich abzuschotten. Sondern um als Gemeinschaft zusammenzuwachsen und in vielen Einzelgesprächen seine Spieler noch besser zu verstehen. Ich traue Henrik Pedersen zu, dass er die Mannschaft mittelfristig stabilisiert.  

Trendwende unter Flutlicht?

Die Kulisse für den Neustart könnte nicht besser sein. Freitagabend, Heimspiel unter Flutlicht, zu Gast ein Traditionsverein, dessen Fans ihr Team ebenso leidenschaftlich unterstützen wie die Braunschweiger. Mit Carl Zeiss Jena kommt allerdings auch eine Mannschaft, die nach 6 Spieltagen bereits 10 Punkte einfahren konnte. Ein Spaziergang wird das nicht, zumal die Stimmung bei den Löwen-Fans durchaus aufgeheizt ist. Nervenstärke ist gefragt.

Körperliche Defizite lassen sich trainieren. Beim Kopf ist das schon deutlich komplizierter. Henrik Pedersen ist derzeit vor allem auf der mentalen Ebene gefordert. Und ich glaube, genau da liegen seine Stärken!

Eure Anett

Streitbare Typen statt Einheitsbrei

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Echte Emotionen sind die Grundessenz des Lebens. Wir alle lechzen danach, besonders im Sport und vor allem im glattgebügelten Fußballgeschäft. Solche Emotionen nachträglich zu bestrafen, ist das absolut falsche Zeichen! Über die Cornflakes-Affäre und ihre Folgen…

Als Jan Löhmannsröben am Sonntag in Zwickau zum Rundumschlag ausgeholt hat, musste ich kurz zucken: Ich war mir nicht sicher, ob er mir gleich vor Frust ins Gesicht springen würde. Seine Wutrede ist jetzt schon legendär, weil sie die komplette Bandbreite an menschlichen Emotionen zeigt. Ungeschönt, streitbar und echt!

Frei Schnauze

Natürlich lässt sich über die Wortwahl streiten und darüber diskutieren, ob seine Aussagen beleidigend waren. Man kann dieses Interview aber auch als das sehen was es ist: Eine Szene mitten aus dem Leben. Dieses Gefühl kennen wir alle! Die bittere Enttäuschung über Ungerechtigkeiten, die Verzweiflung darüber, dass harte Arbeit nicht zum Erfolg geführt hat und der Frust über falsche Entscheidungen. Jan Löhmannsröben hat nichts anderes getan, als diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen und zwar genau so, wie er es in dem Moment empfunden hat. Ohne PR-Beratung, ohne die 12. Korrekturschleife und ohne auch nur einen einzigen Gedanken an mögliche Konsequenzen zu verschwenden.

Kontrollausschuss ermittelt

Dass er für dieses Interview nun bestraft werden soll, ist ganz bitter und geht meiner Meinung nach in die völlig falsche Richtung. Wer die 3. Liga für ihren rauen ursprünglichen Charakter und die Nähe zur Basis lobt, muss auch die dazugehörigen Emotionen aushalten können. Die echten und ungefilterten. Die, die auch mal weh tun können. Für seine Wortwahl hat sich Jan Löhmannsröben bereits öffentlich entschuldigt. Und dabei sollte man es dann meiner Meinung nach auch belassen. Sonst werden die Vereine ihre Spieler zukünftig vor drohenden Sperren schützen, sie von möglichen Gefühlsausbrüchen fernhalten und wir werden solch ein Feuerwerk an Emotionen auch in der 3. Liga nicht mehr erleben. Und das wäre verdammt schade!

Denn ich mag Charakterköpfe. Solche, die auch mal laut sind, bei denen es auch mal rumpelt. Die vielleicht auch mal über´s Ziel hinausschießen, aber bei all dem vor allem immer eins sind: echt!

Eure Anett

 

 

Die Klubs der Enttäuschten

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Es rumpelt ordentlich in der 3. Liga. Spielersuspendierungen und Trainerentlassung in Lotte, Trennung vom Manager in Braunschweig. Die Clubs mit den größten Ambitionen laufen ihren eigenen Ansprüchen am weitesten hinterher.

Hansa Rostock ist von der zu Saisonbeginn ausgerufenen Kampagne „Gemeinsam nach oben“ mit Platz 14 nach 5 Spieltagen weit entfernt. Die Probleme sind offensichtlich: Mit bereits 11 Gegentoren sind die Rostocker die Schießbude der Liga. Genauso viele Treffer hat Wehen Wiesbaden kassiert und steht nach 5 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz.

Ernüchterung in Kaiserslautern

Noch knapp über dem Strich stehen die Roten Teufel. In Kaiserslautern ist die Euphorie des Auftaktsieges gegen 1860 purer Ernüchterung gewichen. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge – die Pleite im Pokal mit eingerechnet – gab es gegen den KSC zumindest mal wieder einen Punkt. Viel zu wenig für die Ansprüche des Zweitligaabsteigers! Trainer Frontzeck steht in der Kritik, weil er trotzdem an System und Stammformation festhält. Nach 5 Spieltagen bereits alles grundsätzlich in Frage zu stellen, halte ich für einen Fehler. Klar ist aber auch, gegen Zwickau muss die Mannschaft am Sonntag liefern und sowohl spielerisch als auch kämpferisch ein anderes Gesicht zeigen.

Getrennte Wege in Braunschweig

Bei den Löwen gab es unter der Woche personelle Konsequenzen. Der Absteiger liegt auf dem vorletzten Platz in der Tabelle und konnte nach 5 Spieltagen noch nicht einen Sieg einfahren. Gehen musste nun der Manager Marc Arnold. Grund dafür ist aber nicht der verpatzte Saisonstart, sondern die Analyse des Abstiegs. Da frage ich mich: Warum dann erst jetzt? Ein sauberer Schnitt bereits in der Sommerpause wäre für alle die bessere Lösung gewesen und hätte unnötige Unruhen vermieden. Den aktuellen Drittligakader hat der neue Trainer Henrik Pedersen bereits selbständig zusammengestellt. In meinen Augen steht er nun noch mehr im Fokus.

Die Absteiger tun sich schwer. Einfach zu behaupten, sie wären in der 3. Liga noch nicht angekommen. Denn was noch auffällt: Hinter den Erwartungen liegen vor allem die Vereine, die einen großen Umbruch hinter sich haben. In dieser Liga zählt die Mannschaft mehr als der Individualist. Und das ist in meinen Augen auch verdammt gut so!

Eure Anett

 

 

 

 

 

 

 

Niemals aufgeben

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Der KFC Uerdingen hat´s nicht leicht: 3. Liga in Duisburg statt Europapokal in der Grotenburg wie in den 80ern – aber der Aufsteiger hat einen langen Atem.

Dass die Heimspiele des KFC in Duisburg und nicht in der Grotenburg stattfindet, ist bitter für alle. Vor allem aber für die Fans. Was für ein geiles Stadion! 

Vor über 30 Jahren Schauplatz des Jahrhundertspiels, als die Uerdinger im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden sechs Buden in den letzten 30 Minuten gemacht haben und so nach 0:2 im Hinspiel und 1:3 zur Pause im Rückspiel doch noch völlig überraschend ins Halbfinale einziehen konnten. 

Ein Plädoyer für die Grotenburg 

Bis heute ist dieses Spiel unvergessen, bis heute schwebt sein Geist über dem Stadion. Viel hat sich seitdem nicht verändert. Den Charme der alten Zeiten konnte ich überall spüren, als wir vor ein paar Tagen in Krefeld gedreht haben. Genau so muss Fußball sich anfühlen.

Die Sanierung war aus Sicherheitsgründen trotzdem unumgänglich. In diesem wundervollen Fußballmuseum kann die Mannschaft aber zumindest noch trainieren und das genießt sie in vollen Zügen. Seit über zwei Jahren hat der KFC hier nicht mehr verloren. Auch dieses Gefühl hat mich empfangen, als ich die Grotenburg betreten habe. 

Ich wünsche mir, dass hier schon bald wieder Profifußball gespielt werden kann und trotz notwendiger Sanierung diese ganz besondere Atmosphäre erhalten bleibt. 

38 Auswärtsspiele für den KFC

Den Uerdinger Erfolg beeinträchtigt der Umzug nach Duisburg ganz offensichtlich nicht. Mit neun Punkten nach vier Spielen steht der KFC nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter Münster auf Platz 2 der Tabelle. Der Auftakt gegen Unterhaching ging verloren, danach gab´s drei Siege in Folge für das Team von Stefan Krämer. 

Der Trainer hat nach der Niederlage am ersten Spieltag die richtigen Stellschrauben gedreht. Umstellung vom 4-5-1 auf ein 4-3-3, Kevin Großkreutz aus dem Mittelfeld zurück auf seine angestammte Position als rechter Außenverteidiger und Maxi Beister stürmt nicht mehr alleine, sondern bekommt Unterstützung über die Flügel. 

Viel entscheidender ist in meinen Augen aber, dass diese Mannschaft sich niemals aufgibt. Das zeigen die beiden Last-Minute-Siege gegen Meppen und 1860 München vor der Pokalpause. Ich sehe den unbedingten Siegeswillen und die Fähigkeit, den langen Atem zu haben, körperlich wie mental. 

Beides werden wichtige Faktoren im Aufstiegsrennen sein, da bin ich mir sicher.

Eure Anett

Die ausgeglichene Liga

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3 Spieltage sind absolviert, 270 Minuten konnten wir jede Mannschaft auf ihre Stärken und Schwächen prüfen und ihre Leistung auf dem Platz einschätzen. Eine gute Gelegenheit für eine erste kurze Zwischenbilanz? In dieser Liga fast unmöglich!

Der gestrige Abend hat mal wieder gezeigt: Die 3. Liga ist der Wahnsinn. 6 Tore in den letzten 5 Minuten, Entscheidungen kurz vor Schluss und die volle Breitseite an Emotionen. Hansa Rostock kassiert erst kurz vor Schluss den Ausgleich und dreht in der Nachspielzeit doch wieder auf Sieg, Cottbus gleicht mit 2 Toren in 70 Sekunden gegen Unterhaching aus, der KFC Uerdingen ballert sich 3 Minuten nach Ablauf der regulären Spielzeit gegen Meppen zum Sieg, zur selben Zeit macht Osnabrück das 2:2 gegen 1860. Das ist an Spannung nicht zu überbieten und alle machen mit. Schon am Dienstag gelang Preußen Münster ebenfalls in der Nachspielzeit der Siegtreffer gegen Kaiserslautern.

Kein Aufstiegsfavorit in Sicht

Die Adlerträger machen auf mich den stabilsten und souveränsten Eindruck unter den Teams, die sich nach 3 Spieltagen im oberen Tabellendrittel wiederfinden. Auf dem Betzenberg zurückzukommen und das Spiel zu drehen, diese Nervenstärke und Geduld haben nur wenige. Beide Eigenschaften werden wichtige Faktoren im Kampf um den Aufstieg sein, da bin ich mir sicher.

Energie Cottbus lebt vom Überraschungseffekt, mannschaftlicher Geschlossenheit und der Aufstiegseuphorie. Ob das reicht, um dauerhaft oben mitzuspielen? Ich denke nicht. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, denn diese Mannschaft macht einfach Spaß.

Kein Team hat nach 3 Spieltagen 9 Punkte auf dem Konto, den klaren Spitzenreiter gibt es nicht. Und das wird auch bis zum Ende der Saison so bleiben, davon bin ich absolut überzeugt. Die Stärke dieser Liga ist ihre Ausgeglichenheit. Und es würde zu ihr passen, wenn die Fragen nach Auf- und Abstieg erst in der Nachspielzeit des letzten Spieltags geklärt werden.

Eure Anett

Ehrlicher Fußball

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Was für ein großartiger Auftakt in die 3. Liga! Nie zuvor strömten am 1. Spieltag so viele Fans in die Stadien wie in diesem Jahr. 113.257 Zuschauer kamen zum Saisonstart zusammen.

Die Liga boomt! Nicht nur wegen der vielen Traditionsvereine und ihrer sportlichen Attraktivität. Sondern meiner Ansicht nach auch, weil sie uns Werte schenkt, die in unserer Gesellschaft – nicht nur im Fussball – immer mehr an Bedeutung gewinnen: Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit, Nahbarkeit, Authentizität.

Greifbare Typen statt Schwalbenkönige

Wo in anderen Ligen und Wettbewerben über Schwalbenkönige, PR-Kampagnen und absurde Millionentransfers diskutiert wird, ist die 3. Liga vor allem eines: greifbar. Da finden wir echte Typen mit Kante, die auch mal den Mund aufmachen und ihre Meinung sagen. Unverblümt, laut und streitbar.

So wie Pele Wollitz. Der Cottbusser Trainer ist für mich ein menschliches Sinnbild dieser Liga. Vollgepumpt mit Emotionen, immer frei Schnauze und zu 100 Prozent ehrlich, auch wenn es weh tut. Ich habe Pele vor über zehn Jahren kennengelernt, als er 2007 den VfL Osnabrück in der 2. Liga übernommen hat. Er ist noch genau derselbe Typ wie damals. Einer, der sich nicht verbiegen lässt, der kämpft bis zum Umfallen, der für seine Überzeugung einsteht, auch wenn es nicht jedem gefällt. Einer, der polarisiert. Ich gehöre zu denen, die ihn mögen. Weil er echt ist. Genau wie diese Liga!

Ehrlicher Fußball und leidenschaftliche Fans

Nicht immer schön, aber ehrlich und hart erarbeitet. Mit Stadien wie in Unterhaching, unter deren Dach im Frühling Vögel ihre Nester bauen. Die ihre besten Tage längst hinter sich und doch genau aus diesen Tagen so wahnsinnig viel zu erzählen haben. Mit leidenschaftlichen Fans, die über Generationen hinweg ihren Verein unterstützen, egal in welcher Liga er spielt. Mit Typen wie Toni Lindenhahn vom Halleschen FC, der seit 15 Jahren für denselben Verein im Einsatz ist oder Gerry Ehrmann, der schon seit 1984 zum 1. FC Kaiserslautern gehört.

Klar, die 3. Liga mag vielleicht nicht den besten Fussball bieten. Ich liebe sie trotzdem, weil sie für Treue, Identifikation und Leidenschaft steht. Hier finde ich noch den wahren Fussball!

Eure Anett

Die geilste Liga aller Zeiten

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Am Freitag geht´s endlich wieder los und ich hab richtig Bock auf die neue Saison. Schon der erste Spieltag garantiert Gänsehaut.

Braunschweig eröffnet gegen Karlsruhe. Ganz ehrlich, dieses Duell gehört in die Bundesliga, genauso wie Kaiserslautern gegen 1860 am Samstag oder Cottbus gegen Rostock am Sonntag. Und das sind nur 6 von insgesamt 10 ehemaligen Bundesligisten. Dazu kommen große Traditionsvereine mit Zweitligaerfahrung wie Jena oder Osnabrück.

Die roten Teufel steigen wieder auf

Ich freu mich riesig auf die stärkste Liga aller Zeiten. Die Vereinsnamen sind ein Versprechen, das konnte ich beim Stadionfest in Kaiserslautern spüren. Da weht kein Hauch von Bundesliga, das ist ein ganzer Orkan. Die Fans der Roten Teufel stehen trotz des Abstiegs bedingungslos hinter der Mannschaft. Mehr als 11.000 Dauerkarten sind bereits verkauft, über 30.000 Zuschauer werden zum ersten Heimspiel gegen 1860 erwartet. Das wird eine Wahnsinnskulisse. Ich werde jeden Einsatz am Betze genießen, denn ich glaube nur an diese eine Saison in der 3. Liga. Ich wette, der FCK steigt direkt wieder auf, aber ein Selbstläufer wird das nicht.

Uerdingen marschiert durch

Die Konkurrenz ist riesig. Knapp die Hälfte der Teams wird um den Aufstieg spielen. Auch Braunschweig will direkt wieder hoch. Der KSC wird einen neuen Anlauf nehmen, genau wie Wehen Wiesbaden, Rostock und Fortuna Köln. Dazu kommen aus den Regionalligen Mannschaften mit großer Tradition und noch größeren Ambitionen: Der KFC Uerdingen ist aus der 5. Liga durchmarschiert, die Dritte wird ebenfalls nur eine Zwischenstation sein. Auch 1860 München und Energie Cottbus sind alles andere als normale Aufsteiger. Was für eine Leistungsdichte in der oberen Tabellenhälfte.

Tradition und Fanpower

Ich garantiere euch, das wird nicht nur die spannendste Liga aller Zeiten, sondern auch die emotionalste: So viele Traditionsvereine in einer Liga, so eine Fanpower, so großartige Stadien. Ich konnte die Energie spüren, die der Betze entfacht, wenn die Hütte mit 49.850 Zuschauern ausverkauft ist. Auf solche Momente freue ich mich am meisten in der geilsten 3. Liga aller Zeiten!

Eure Anett