anetts ansicht

Vertrauen in der Krise

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Was für ein Spektakel am Montagabend auf dem Betzenberg! Für einen neutralen Fan wie mich war das Spiel zwischen Kaiserslautern und Fortuna Köln Fußballdramaturgie der allerfeinsten Sorte, für die Männer auf dem Rasen wohl eher ein emotionaler Höllenritt.

Was will ich einer Mannschaft vorwerfen, die sich nach 2 Toren Rückstand zurück ins Spiel kämpft, noch vor der Pause den Ausgleich macht, in der 88. Minute in Führung geht und dann in der Nachspielzeit den dritten Gegentreffer kassiert? Was will ich einer Mannschaft vorwerfen, die von der ersten Minute an kreativ und mit Wucht nach vorne spielt? So ging es wohl FCK-Trainer Michael Frontzeck nach dem Unentschieden gegen Fortuna Köln am Montagabend. Dass er sich schützend vor Jan-Ole Sievers stellt, der an allen drei Gegentoren entscheidenden Anteil hatte, spricht für sein Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem jungen Keeper.

Aufwärtstrend, aber keine Siege

Trotz weitestgehend überzeugender Leistung ist das dritte Unentschieden in Folge für die Roten Teufel mal wieder zu wenig. Abstiegsplatz statt Aufstiegseuphorie, so die bittere Realität am Betzenberg. Seit dem Auftaktsieg vor knapp zwei Monaten wartet Kaiserslautern auf einen Dreier. 7 Punkte nach 7 Spieltagen und Tabellenplatz 17 – das entspricht nicht den Ambitionen eines Traditionsvereins, dessen Umfeld und Infrastruktur noch immer erstligareif ist.

Frontzeck im Fokus

Unter den Fans ist der Schuldige längst gefunden, die Stimmen gegen den Trainer werden immer lauter. Im Vereinsumfeld sieht die Lage ganz anders aus – und das gefällt mir. Michael Frontzeck bekommt Rückendeckung und Zeit. In anderen Vereinen hat sich gezeigt, dass Vertrauen sich auszahlt: Henrik Pedersen hat mit Eintracht Braunschweig am 7. Spieltag den ersten Sieg eingefahren und Michael Schiele steht mit seinen Würzburger Kickers nach drei Niederlagen in Folge zu Saisonbeginn mittlerweile auf Platz 3 in der Tabelle.

Der mediale Druck ist in der 3. Liga bei weitem nicht so hoch wie in den beiden Etagen darüber. Ich glaube, dass auch deshalb Entscheidungen länger überlegt und kontroverser diskutiert werden können. Entscheidend ist die Entwicklung und die ist in Kaiserslautern ganz klar erkennbar.

Eure Anett