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Niemals aufgeben

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Der KFC Uerdingen hat´s nicht leicht: 3. Liga in Duisburg statt Europapokal in der Grotenburg wie in den 80ern – aber der Aufsteiger hat einen langen Atem.

Dass die Heimspiele des KFC in Duisburg und nicht in der Grotenburg stattfindet, ist bitter für alle. Vor allem aber für die Fans. Was für ein geiles Stadion! 

Vor über 30 Jahren Schauplatz des Jahrhundertspiels, als die Uerdinger im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden sechs Buden in den letzten 30 Minuten gemacht haben und so nach 0:2 im Hinspiel und 1:3 zur Pause im Rückspiel doch noch völlig überraschend ins Halbfinale einziehen konnten. 

Ein Plädoyer für die Grotenburg 

Bis heute ist dieses Spiel unvergessen, bis heute schwebt sein Geist über dem Stadion. Viel hat sich seitdem nicht verändert. Den Charme der alten Zeiten konnte ich überall spüren, als wir vor ein paar Tagen in Krefeld gedreht haben. Genau so muss Fußball sich anfühlen.

Die Sanierung war aus Sicherheitsgründen trotzdem unumgänglich. In diesem wundervollen Fußballmuseum kann die Mannschaft aber zumindest noch trainieren und das genießt sie in vollen Zügen. Seit über zwei Jahren hat der KFC hier nicht mehr verloren. Auch dieses Gefühl hat mich empfangen, als ich die Grotenburg betreten habe. 

Ich wünsche mir, dass hier schon bald wieder Profifußball gespielt werden kann und trotz notwendiger Sanierung diese ganz besondere Atmosphäre erhalten bleibt. 

38 Auswärtsspiele für den KFC

Den Uerdinger Erfolg beeinträchtigt der Umzug nach Duisburg ganz offensichtlich nicht. Mit neun Punkten nach vier Spielen steht der KFC nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses hinter Münster auf Platz 2 der Tabelle. Der Auftakt gegen Unterhaching ging verloren, danach gab´s drei Siege in Folge für das Team von Stefan Krämer. 

Der Trainer hat nach der Niederlage am ersten Spieltag die richtigen Stellschrauben gedreht. Umstellung vom 4-5-1 auf ein 4-3-3, Kevin Großkreutz aus dem Mittelfeld zurück auf seine angestammte Position als rechter Außenverteidiger und Maxi Beister stürmt nicht mehr alleine, sondern bekommt Unterstützung über die Flügel. 

Viel entscheidender ist in meinen Augen aber, dass diese Mannschaft sich niemals aufgibt. Das zeigen die beiden Last-Minute-Siege gegen Meppen und 1860 München vor der Pokalpause. Ich sehe den unbedingten Siegeswillen und die Fähigkeit, den langen Atem zu haben, körperlich wie mental. 

Beides werden wichtige Faktoren im Aufstiegsrennen sein, da bin ich mir sicher.

Eure Anett